Steuerleute

Steuerleute-CardLernerfolgskontrolle

Das Bestehen der theoretischen und der praktischen Lernerfolgskontrollen ist Grundlage für die Erteilung der Kieler Steuerleute-Card.

Die theoretische Lernerfolgskontrolle

Innerhalb von 20 Minuten sind etwa 40 Fragen zu allen im Lehrgang behandelten Themen durch Ankreuzen zu beantworten. Um diese Lernerfolgskontrolle erfolgreich zu absolvieren dürfen nicht mehr als zehn Fehler gemacht werden. Als Fehler werden falsche und fehlende Kreuze gewertet. Wer zwischen zehn und zwanzig Fehler macht, kann ausreichende Kenntnisse anschließend in einem Gespräch nachweisen. Bei mehr als zwanzig Fehlern ist die theoretische Lernerfolgskontrolle nicht bestanden und die Kieler Steuerleute-Card wird nicht ausgehändigt. Die theoretische Lernerfolgskontrolle muss wiederholt werden. Diese kann beliebig oft wiederholt werden.

Die Prüfungsfragen und Lösungen sind auf den Internetseiten des Deutschen Ruderverbands zu finden unter: www.rudern.de/verband/wanderrudern-breitensport-ruderreviere- umwelt/ausbildung-sicherheit/.

Die praktische Lernerfolgskontrolle

Der praktische Teil im Boot soll als Zielsetzung haben, dass jeder sich über die Verwendung der Ruderbefehle als Mittel zur Steuerung des Bootes klar wird. Ein Vierer soll vom Steuerplatz aus einen vorgegebenen Weg entlang dirigiert werden. Jeder soll sich vor Augen führen was zu machen ist, damit das Boot den vorgegebenen Weg nimmt und welche Befehle wie dazu gegeben werden müssen.

Anlegemanöver bei der Steuerleuteprüfung

Anlegen am Steg. Die langseitigen Skulls hochnehmen, die wasserseitigen Skulls stoppen leicht ab, damit dass Boot parallel zum Steg dreht. Foto: A. König

Die Aufgabe besteht darin, dass die Steuerleute vom Einsteigen ins Boot mit Kommandos und ohne die Hilfe eines Steuers manövriert. Sie lassen ablegen, hinaus rudern und so in den Hafen vor der Seeburg einfahren, dass das Boot deutlich vor der Spundwand zum Stehen kommt. Zwischen den engen Pfahlreihen, deren Abstand deutlich geringer ist als ein Vierer lang, ist das Boot zu wenden. Hierbei kann sich an Pollern festgehalten werden. Nachdem das Boot gewendet wurde ist wieder herauszufahren und das Boot unter Berücksichtigung der vorherrschenden Wind- und Wetterverhältnisse an einen der Stege anzulegen.

Wir möchten Euch für die praktische Anwendung der Ruderbefehle folgende Ratschläge mit auf den Weg geben:

  • Allgemein muss jeder Befehl laut und deutlich gegeben werden und selbstverständlich situationsgerecht sein.
  • Soll eine Richtungsänderung erreicht werden, ohne das Boot dabei zu beschleunigen, empfiehlt sich, statt Überziehen oder einseitigem Rudern einseitiges Stoppen. Insbesondere beim Anlegemanöver ohne Steuer ist dies unabdingbar.
  • Dort wo auf sehr engem Raum gewendet werden soll, ist es nachteilig eine lange Wende machen zu lassen weil hierbei das Boot immer um etwa einen Meter vor- und zurückbewegt wird. Es ist ratsamer, hier eine kurze Wende machen zu lassen, bei der sich das Boot fast auf der Stelle dreht.
  • Soll das Boot so bewegt werden, dass sehr wenig Schwung aufgenommen wird oder haben nicht alle ihre Skulls frei, reicht es aus, einzelne Personen rudern oder wenden zu lassen (z. B. Bug, Heck, nur Nr. 1 usw.)
  • Lieber mit etwas weniger Geschwindigkeit operieren, als sich selbst durch zuviel Geschwindigkeit in Hektik versetzen lassen. Häufig ist Eile nicht notwendig. Auch nach einem »Ruder – Halt!« gleitet das Boot noch etliche Meter weiter. Diese Phase kann und soll genutzt werden.
  • Anstatt vieler Einzelbefehle hintereinander (einen Schlag vorwärts, noch einen, noch einen, …) lieber nicht die Zahl der Schläge ansagen sondern rechtzeitig »Ruder – Halt!«. Auch eine Wende sollte als solche angesagt werden und nicht in eine Folge von Einzelbefehlen zerteilt werden. (»Wende über Backbord – los!« statt Backbord einen Rückwärts, Steuerbord einen Vorwärts etc.)
  • Die Reihenfolge der Ruderbefehle muss eingehalten werden. Auf ein »Alles vorwärts – los!« folgt ein »Ruder – halt!«. Sollen nach dem »Ruder - halt!« die Blätter abgelegt werden, muss dieses durch ein »Blätter – ab!« auch angekündigt werden. Wenn das Boot noch Fahrt durch das Wasser macht, darf auf keinen Fall eine Wende oder Rückwärtsrudern angesagt werden, wenn nicht zuvor gestoppt wurde. Es besteht die Gefahr, dass ein Ruderer aus dem Boot gehebelt wird. Nach einem »Skulls – lang!« folgt immer ein »Skulls – vor!« wenn diese wieder frei sind.
  • Die einzigen einteiligen Ruderkommandos sind »Halbe Kraft« und »Hochscheren«. Alle anderen Kommandos haben Ankündigungs- und Ausführungsteil. Zweiteilige Befehle werden von der Mannschaft erst nach dem Ausführungsteil ausgeführt.
  • Ein »Frei – weg!« Befehl hebt sowohl Überziehen, wie Hochscheren oder Halbe Kraft auf, wenn mehreres davon angesagt war, gleichzeitig. Wird bei halber Kraft überzogen und soll anschließend normal bei halber Kraft weitergerudert werden, muss »Halbe Kraft!« nach dem »Frei – weg!« erneut angesagt werden.
  • Von jedem Teilnehmer wird erwartet, dass er Backbord und Steuerbord sicher beherrscht, gerade auch Streßsituationen.
  • Sehr dienlich ist es, wenn die Teilnehmer z. B. auf einer Wanderfahrt Steuererfahrungen gesammelt haben und dadurch ein sicheres Auftreten vermitteln können.