Kieler Steuerleutelehrgang

8. Kieler Steuerleutelehrgang

Bereits zum achten Mal trafen sich die Kieler Nachwuchs-Steuerleute zum gemeinsamen Lehrgang im Schülerbootshaus vom 12. bis 14. Mai 2006. Daran nahmen 15 Teilnehmer aus den Schülerruderriegen, von der Germania und dem EKRC teil. Als Referenten standen Karlheinz Härtel (RCKF), Svenja Fock (CAU), Andreas König (EKRC) und Dr. Sven Pulletz (EKRC) zur Verfügung.

Knotenkunde vor der Praxisprüfung

Fotos: Die wichtigsten Knoten werden von Kalle Härtel demonstriert (links). Einige Teilnehmer vor der praktischen Prüfung mit den »Prüfern« Caro Edzards und Kalle Härtel (rechts).

Bericht von Lasse Jannsen, EKRC

Lasse JannsenDer Lehrgang ist für uns alle wohl eine ziemliche Herausforderung gewesen, besonders für uns jungen EKRCler, die wir ja eigentlich noch relativ unerfahren im Rudern sind. Auch die Dauer des Lehrgangs erschreckte uns anfangs.

Aber nach dem ersten Tag mit unseren sympathischen Ausbildern war klar, dass eigentlich kein Grund zur Aufregung bestand, denn in unserer Runde wurden alle durchzunehmenden Themen in lockerer und spaßiger Atmosphäre, aber trotzdem mit dem ernsten Hintergrund des Lehrgangs durchgenommen.

15 Teilnehmer aus den Schülerruderriegen, von der Germania und dem EKRC nahmen teil. Versammelt wurde sich im Schülerbootshaus und unsere Referenten waren Andreas König (EKRC), Kalle Härtel (RCKF), Svenja Fock (CAU) und Dr. Sven Pulletz (EKRC), der den medizinischen Part übernahm (z. B. Erste Hilfe bei Unfällen).

Nach der ganzen Theorie der letzten Tage durften wir dann am Sonntag endlich mal wieder in ein Ruderboot steigen und mussten zur praktischen Prüfung antreten. Für den praktischen Teil des Lehrgangs benötigten wir zwei Doppelvierer mit Steuermann, unter anderem die populäre »Kiellinie«. Der Haken an dieser Geschichte war, dass der Steuermann nur mit den allzu bekannten Ruderkommandos das Boot zu steuern hatte; das Steuer wurde »zu Hause« gelassen. So musste der Steuermann das Boot beispielsweise nur mit Befehlen unter einer ziemlich schmalen Brücke hindurchmanövrieren, bei der die Skulls langzunehmen waren. Damit jeder einmal an die Reihe kam, wechselten wir nach jeder Fahrt die Steuerfrau / den Steuermann. Aber schließlich, nachdem jeder mal »gesteuert« hatte, kamen wir alle gesund, erleichtert und ohne Sachschaden der Boote oder der Skulls wieder am Steg an. Alle schlugen sich wacker und die Trainer waren zufrieden mit uns. (Eigentlich sind die Fahrten doch echt lustig gewesen.)

Am Dientag, 16. Mai stand dann die einstündige Klausur an. Über folgende Themen mussten wir Bescheid wissen: Boote steuern und führen, Verkehrsregeln, Rechtliches, Staustufen, Ruderbefehle, Trimmen von Booten, Bootskunde, Bootstechnische Bestimmungen, Wanderfahrten, Havarie und Unterkühlung, Verhalten bei Notfällen (plötzlicher Schlechtwettereinbruch), Unfällen und über die Kieler Förde. Natürlich mussten wir die Klausur nicht aus dem Stehgreif schreiben, während des Lehrgangs bekamen wir zwei Broschüren, mit denen wir uns gut vorbereiten konnten.

Erfreulicherweise haben wir alle bestanden und somit unsere Steuerleute-Card bekommen, mit der man in unserem Verein (EKRC) ab dem 16. Lebensjahr Obfrau bzw. Obmann sein kann.

Mir persönlich hat dieser Lehrgang sehr viel Spaß gemacht. Und auch wenn es in Deutschland noch nicht Vorschrift ist, einen solchen Kurs zu belegen, ist es allen Ruderinnen und Ruderern ab 15 Jahren und mit etwas Rudererfahrung nur bestens zu empfehlen.

Wer am nächsten Kieler Steuerleutelehrgang interessiert ist, wendet sich am besten an Andreas oder Kalle…