Kieler Steuerleutelehrgang 2011

13. Kieler Steuerleutelehrgang

Bericht von Regine Coy, EKRC

Zehn Jahre bin ich nun im EKRC und schaffte es bislang nie, an einem Steuerleutelehrgang teilzunehmen. Das sollte sich endlich ändern. Die Kinder waren aufgrund des fortgeschrittenen Alters kein Hinderungsgrund mehr und ausnahmsweise waren wir mal nicht im Urlaub. Die Gelegenheit passte.

Vorstellungen hatte ich keine und staunte nicht schlecht, als ich neben meinen fünf EKRC-Mitstreitern im Schülerbootshaus über 30 Leute verschiedenster Altersgruppen aller möglichen Kieler Vereine und Schulen sah, die sich dem Thema „Obmann werden“ widmen wollten.

Steuerleutelehrgang 2011

Oh nein, bitte nicht! Kaum saßen wir, da sollten wir erst mal nach draußen und uns „kennenlernen“. Hilfe, dachte ich, welches Seminar hat Andreas da gerade besucht und fühlte mich an den Psychoquark für werdende Führungskräfte erinnert, als wir die Aufgabe erhielten, uns in einem Kreis, dem Alphabet entsprechend aufzustellen. Das klappte natürlich nicht auf Anhieb und sollte die Notwendigkeit einer gemeinsamen Sprache im Ruderboot verdeutlichen. Sehr anschaulich! Meine anfängliche Skepsis fing an zu weichen. Die erste halbe Stunde war rum, und nach einem langen Arbeitstag konnte ich mir nicht gut vorstellen, noch zweieinhalb Stunden still und aufmerksam auf meinem Stuhl zu verbringen. Die Zeit verging zu meinem Erstaunen recht schnell, dank Andreas´ kurzweiligem interessanten Vortragsstil gemischt mit Filmbeiträgen und guter Einbindung der Beteiligten, insbesondere einer sehr eifrigen Schülergruppe des Kieler Teifun. Der erste Tag war dann bald pünktlich geschafft (das perfekte Timing hat mich schwer beeindruckt) und eine gewisse Achtung vor all den Gefahren in denen ich bislang ahnungslos auf unseren Gewässern schwebte, nahm ich an diesem Abend mit nach Hause.

Der zweite Theorietag widmete sich u. a. der Rudertechnik, der Kennzeichnung von Verkehrswegen sowie Vorfahrtsregeln. Die Lerneinheit verging ebenso schnell, endete wieder enorm pünktlich und machte mich erneut ein bisschen schlauer.

Am dritten Termin stand die praktische Prüfung an. Mir war es ein Rätsel, wie diese vielen Leute innerhalb von zwei Stunden vor der drohenden Dunkelheit fertig werden sollten, aber auch das klappte reibungslos und Andreas bekam es sehr gut hin, die Übermütigen etwas zu zähmen und die Schüchternen ordentlich zu ermutigen. Ein besonders cooler Anwärter musste durch eine viel zu enge, total niedrige Brücke mit querhängendem Seil steuern, was er nach einigem Überlegen sogar hinbekam; doch diese Erfahrung ließ ihn sichtlich respektvoll aus dem Boot steigen. Unterstützt von Sabine Gödtel aus dem EKRC sowie Sabine Köhler und Gesa Bruhn von der RG Germania konnte der zeitliche Kraftakt perfekt bewältigt werden. Eine Schikane traf mich jedoch ganz unerwartet: Steuern ohne Steuer alleine war schon gar nicht so einfach, aber Steuern ohne Steuer neben den anderen Booten, alle mit eingeschränkter Beweglichkeit gleichzeitig auf dem gleichen Parcours unterwegs, stellte eine echte Herausforderung dar, die zum Glück am Ende kollektiv gut ausging.

Am letzten Tag entpuppte sich Andreas als wahres Improvisationstalent. Da Dr. Lars Rölver beruflich verhindert durch Abwesenheit glänzte, übernahm er souverän die Erste-Hilfe- Einheit in Form eines Crashkurses und bereitete uns so gut vor, dass wir alle den theoretischen Prüfungsabschnitt erfolgreich meisterten, der erstmalig im Multiple-Choice-Verfahren stattfand. Heute fühle ich mich auf Kiels Gewässern prima ausgerüstet. Viel Lob und Dank an Andreas, der diesen Lehrgang sehr interessant, professionell und humorvoll ausgestaltet hat!

Zum Schluss möchte ich gerne alle jungen und alten Hasen, die sich bislang (noch) nicht getraut haben, zum Steuerleutelehrgang im nächsten Jahr ermutigen. Es lohnt ehrlich, sich die Zeit zu nehmen!

Regine Coy, EKRC